17.07.2020

Vogelschutz aus dem Hubschrauber

Aus dem Hubschrauber heraus montiert eine Spezialfirma im Auftrag der Bayernwerk Netz GmbH Vogelschutzmarkierungen auf einer Hochspannungsleitung in IFoto: Günter Drewnitzky

Aus dem Hubschrauber heraus montiert eine Spezialfirma im Auftrag der Bayernwerk Netz GmbH Vogelschutzmarkierungen auf einer Hochspannungsleitung in Ingolstadt. FotoGünter Drewnitzky

Aus dem Hubschrauber heraus montiert eine Spezialfirma zurzeit im Auftrag der Bayernwerk Netz GmbH (Bayernwerk) Vogelschutzmarkierungen auf ausgewählten Hochspannungsleitungen im Freistaat. Die Arbeiten finden in Abstimmung mit den örtlichen Naturschutzbehörden im gesamten Netzgebiet statt. Um Vögel vor einer Kollision mit den Stromleitungen zu schützen, werden schwarz-weiße Warnmarken auf dem oberen Seil angebracht. Bei einem Termin vor Ort in Ingolstadt hat das Energieunternehmen die besonderen Naturschutz-Maßnahmen am Donnerstag, 16. Juli, vorgestellt.

„Der Hubschrauber ist etwa drei Wochen für das Bayernwerk im Einsatz. Neben der Reparatur kleinerer Seilschäden werden auf unterschiedlichen Hochspannungsleitungen rund 1.300 Vogelschutzmarkierungen angebracht“, erläuterte Projektleiter Martin Henz vom Bayernwerk. Die Vogelschutzmarker erinnern optisch mit den schwarz-weißen Linien an einen Zebrastreifen. Die Marker sind 50 Zentimeter lang und 30 Zentimeter breit, beweglich und werden am obersten Seil der Leitung befestigt. Auf der 110-kV-Leitung, die von Etting nach Zucchering führt und westlich von Ingolstadt die Donau quert, sind auf vier Abschnitten insgesamt 68 Markierungen vorgesehen, um den Naturschutz vor Ort zu unterstützen.

„Die gut sichtbaren, kontraststarken Warnbaken verhindern bei vorbeifliegenden Vögeln eine gefährliche Kollision mit den Erdseilen. Die Markierungen ermöglichen es den Vögeln, bereits in ausreichender Entfernung ihre Flughöhe anzupassen“, erklärte Bettina Bodenstein, Naturschutz-Expertin im Genehmigungsmanagement der Bayernwerk Netz GmbH. Feldstudien haben gezeigt, dass Vögel die Freileitungen nahezu ausnahmslos überfliegen, wenn sie diese rechtzeitig erkennen. Sämtliche Bau- oder Ertüchtigungsmaßnahmen von Stromleitungen prüft und bewertet das Bayernwerk naturschutzfachlich. „Unser Anliegen ist bei allen technisch erforderlichen Eingriffen der größtmögliche Einklang mit Natur und Umwelt“, sagte Bettina Bodenstein.

Freiwilliges Engagement

„Dank des Bayernwerks wird mit der durchgehenden Markierung der donauquerenden Stromleitungen das 2017 begonnene Projekt DANUBEparksCONNECTED nun zwischen Neuburg und Ingolstadt flächig umgesetzt“, freute sich Thomas Schneider vom Umweltreferat Ingolstadt als DANUBEPARKS-Vertreter über das freiwillige Engagement des Netzbetreibers. Als Gründungsmitglieder sind der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und die Stadt Ingolstadt seit 2009 in der grenzüberschreitenden Naturschutzarbeit an der Donau aktiv. Ziel der europäischen Initiative ist es, entlang der gesamten Donau von der Quelle bis zur Mündung auf 2880 Kilometer Länge in allen neun teilnehmenden Anrainerstaaten die donauquerenden Stromleitungen zu sichern.

Nach Montageflügen in Oberbayern führen die weiteren Leitungsarbeiten den Netzbetreiber in den kommenden Tagen über Niederbayern, die Oberpfalz nach Oberfranken. Mit der Montage der Vogelschutzmarkierungen hat das Bayernwerk eine Spezialfirma aus dem Rheinland beauftragt. Rund drei Wochen lang befliegen die Spezialisten ausgewählte Leitungsabschnitte im gesamten Netzgebiet, um in spektakulärer Weise aus dem Hubschrauber heraus die Markierungen zu befestigen oder kleinere Seilreparaturen zu erledigen. Für die Vogelschutz-Ausstattung und die Instandhaltung der Hochspannungsleitungen wendet das Bayernwerk rund 200.000 Euro auf.

 

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