Donauauen mit Gerolfinger Eichenwald

Nach der Flusstalenge zwischen Stepperg und Neuburg weitet sich das Donautal. Der als Donauaue abgegrenzte Bereich reicht im Osten an die Landkreisgrenze und im Norden an die Fränkische Alb heran und wird im Süden von den Donauterrassen zum Donaumoos abgegrenzt.

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Auwald im Frühjahrsaspekt

Der Donaulauf wird auf nahezu seiner gesamten Länge von weitreichenden, naturnahen Auwaldkomplexen mit Altwassern, Röhrichtflächen und Stillgewässern umsäumt. Bei den Auwäldern handelt es sich um ausgedehnte, eichenreiche Hartholzauenwälder, die stellenweise früher als Mittelwald bewirtschaftet wurden und teilweise parkartig gehalten sind.

 

Die alten traditionellen Waldnutzungsformen, vor allem die Mittelwaldbewirtschaftung im Gerolfinger Eichenwald, sollen aufrechterhalten werden. In den Auwäldern lebt außerdem eine große Population des in Bayern stark gefährdeten Halsbandschnäppers von ungefähr 200 bis 250 Brutpaaren. Außerdem findet man den Mittelspecht, den Fischadler oder den Neuntöter. Die Auwälder enthalten naturschutzfachlich hochwertige Magerrasen (Brennen) sowie Baggerseen.

 

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Brenne im Auwald

Die Brennen, auf denen zum Teil verbuschte Kalkmagerrasen wachsen, stellen eine Besonderheit der Auwaldflächen dar. Eine Vielzahl von gefährdeten bis vom Aussterben bedrohten Arten tragen zur hohen Bedeutung der Flächen bei. Das Vorkommen von Schmetterlingsarten, wie dem Kreuzenzian-Ameisenbläuling, dem Blaukernauge oder dem Wald-Wiesenvögelein, oder auch die Ausstattung an Heuschreckenarten, darunter die Blauflügelige Ödlandschrecke, bestätigen die Qualität der Lebensräume.

 

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Joshofener Weiher

Durch großflächigen Kiesabbau sind vor allem nördlich der Donau zahlreiche Baggerseen und Kiesweiher entstanden. Diese Gewässer werden überwiegend intensiv zur Naherholung genutzt. Jedoch sind vereinzelt auch wertvolle Bestände, wie zum Beispiel die Kiesgrube südöstlich von Bergheim, in der seit Jahren eine der größten Uferschwalbenkolonien brütet, erhalten geblieben.

 

Um die Donauauen mit ihrer europaweiten Bedeutung zu erhalten, sind unter anderem im südlichen Gebiet Dynamisierungsmaßnahmen gemacht worden, um den Lebensraum Auwald zu revitalisieren. Hierbei wurden zwei Ausleitungsbauwerke geschaffen, eines um ökologische Flutungen einzuleiten und das andere um die Durchgängigkeit für aquatische Lebewesen bei der Staustufe Bergheim zu ermöglichen. Des Weiteren wurde ein Umgehungsgewässer (Ottheinrichbach) geschaffen, welches in den Zeller Kanal mündet und an zwei Standorten zurück in die Donau geleitet wird. Zudem verfügt das Projekt über die Möglichkeit des Grundwassermanagements, damit Grundwasserschwankungen initiiert werden können.

 

Zu den Lebensraumtypen in dem Auwald zwischen Neuburg und Ingolstadt werden natürliche, eutrophe Seen, Flüsse mit Schlamm-/Kies- und Sandbänken, Steilufer, magere Flachland-Mähwiesen und Auwälder gezählt.

 

Als in Bayern noch selten vorhandener Lebensraum Aue, beheimatet der Donauauwald seltene, gefährdete Arten wie den Hirschkäfer, Bitterling, Nase, Biber, Eisvogel, Uferschwalbe, Schwarzpappel, Sumpf-Siegwurz, Frauenschuh und weitere Orchideen.

 

 

 

 

 

 

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