02.03.2017

Neuro-Aktion für Landwirte zum Wiesenbrüterschutz

Großer BrachvogelGerhard Mayer, Landesbund für Vogelschutz in Bayern

Der Große Brachvogel gilt als stark bedrohte Wiesenvogelart. Er brütet auf offenen, feuchten - selten auch trockenen - Flächen bei niedriger Vegetation.

  • Wer als Landwirt auf Wiesenbrüter achtet, bekommt zur Belohnung Neuro‐Einkaufsgutscheine.
  • Aktion der Unteren Naturschutzbehörde geht ins dritte Jahr.

 

 

Landwirte, die mit wachen Augen ihr Land bestellen und darauf achten, dass Gelege der stark bedrohten Wiesenbrüter vor Traktorreifen oder Mähwerken verschont bleiben, belohnt die Untere Naturschutzbehörde (UNB) mit Neuro‐Einkaufsgutscheinen. Voraussetzung ist, dass in den Nestern von Kiebitz, Großer Brachvogel und Bekassine flügge Jungtiere heranwachsen. „Die Aktion soll den Blick der Landwirte für die gefährdeten Wiesenbrüterarten schärfen und gleichzeitig ihr hohes Engagement und die Rücksichtnahme zum Schutz wiesenbrütender Vogelarten auszeichnen“, betont UNB‐Leiter Sigi Geißler.


Die ungewöhnliche Initiative verspricht achtsamen Landwirten einen Einkaufsgutschein von 50 Neuro pro Wiesenbrüternest. Viele Neuburger Geschäfte nehmen die Gutscheine an, so dass ein Bruterfolg auch die Kaufkraft in der Stadt hält. Der Weg an den Neuro‐Gutschein ist einfach: Bemerkt ein Landwirt, dass eine der drei Wiesenvogelarten mit dem Brutgeschäft beginnt, meldet er das der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt. Ehrenamtliche Helfer der Artenschutzgruppe im Landkreis übernehmen dann die Markierung der Brutplätze und sehen nach, ob die Aufzucht erfolgreich war. Die Landwirte werden darüber informiert und können sich in der Folge an die UNB wenden. Die Auszeichnung und Übergabe des Gutscheins erfolgt durch Landrat Roland Weigert.


Wie unverzichtbar der Schutz von Kiebitz, Großer Brachvogel und Bekassine ist, zeigen die nackten Zahlen aus dem Jahr 2014. Damals gab es 24 Brachvogel‐Brutpaare im Landkreis, die lediglich zwei Jungtiere durchbrachten. Ähnlich das Bild beim Kiebitz: 60 Brutpaare zogen nur 16 Jungvögel bis ins Stadium des Flüggewerdens groß. Um die rar gewordenen Wiesenbrüter im Landkreis zu erhalten, wurde 2015 die Initiative mit dem Neuro‐Gutschein ins Leben gerufen. Im vergangenen Jahr waren es drei Landwirte, die Landrat Roland Weigert für ihre Rücksichtnahme mit insgesamt zehn Neuro‐Gutscheinen belohnte. „Wir hoffen, dass die Idee bei den Landwirten auf fruchtbaren Boden fällt und dieses Frühjahr noch mehr an der Aktion teilnehmen. Denn sie leisten damit einen extrem wertvollen Beitrag zum Wiesenbrüterschutz im Landkreis“, appelliert Landrat Weigert. Auskünfte zur Aktion erteilt die Untere Naturschutzbehörde unter Telefon (08431) 57‐304 oder ‐447.

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