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Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen  |  E-Mail: poststelle@lra-nd-sob.de  |  Online: http://www.neuburg-schrobenhausen.de

Paarauen

Das Paartal zeichnet sich durch zahlreiche naturnahe Wiesenbäche, Gräben und Altwässer aus und bietet deshalb einen wichtigen Lebensraum für viele gefährdete, wiesenbrütende Vogelarten, aber auch für andere seltene Tier- und Pflanzenarten. Landwirtschaftlich können große Bereiche wegen der feuchten Bodenverhältnisse und der auftretenden Überschwemmungen nur als extensives Grünland genutzt werden.

Ziel des Projektes ist es den landesweit bedeutsamen Lebens- und Entwicklungsraum Paartal sowohl für den Arten- und Biotopschutz, wie auch als Lebens- und Erholungsraum zu erhalten und zu entwickeln. Dabei sind insbesondere gefährdete Arten wie das Pyrenäen-Löffelkraut, die Grüne Keiljungfer, Weißstorch und Großer Brachvogel zu berücksichtigen.

ABSP Umsetzungsprojekt PaartalNaturnahe Paaraue

 

Die Paar ist eines der letzten großen naturnahen Fließgewässer des tertiären Hügellandes mit zahlreichen Altwässern und großzügig mäandrierenden Flußschlingen. Aufgrund der feuchten Bodenverhältnisse und der jährlichen Überschwemmungen können weite Bereiche der Paaraue nur als extensives Grünland bewirtschaftet werden. Vereinzelt sind noch Streuwiesenreste über Niedermoortorf in das Grünland eingestreut. Hierbei handelt es sich um Relikte der ursprünglichen Landbewirtschaftungsform der Paaraue. Das Paartal stellt heute ein wichtiges Rückzugsgebiet für gefährdete Tiere und Pflanzen dar, die zum Überleben naturnahe Altwässer, Fließgewässer und Streuwiesen benötigen.

 

Große Bedeutung besitzt das Paartal für Libellen. Die akut vom Aussterben bedrohte Grüne Keiljungfer und die Vogel-Azurjungfer besitzen hier ihren Lebensraum. Der Dunkle Wiesenknopf Ameisenbläuling, ein stark gefährdeter Tagfalter, ist auf die mageren Wiesen im Paartal angewiesen.

 

Weißstorch mit NachwuchsIm Projektgebiet brüten aktuell zwei Brutpaare des Weißstorches. Bereits seit vielen Jahren ist der Horst in Schrobenhausen und seit Frühjahr 2006 auch der in Hörzhausen besetzt. Der Große Brachvogel und andere Wiesenbrüter sind hier noch heimisch, während sie aus anderen Gebieten bereits verschwunden sind.

 

Zentrale Bedeutung für den Artenschutz erfährt das Paartal mit seinen zahllosen Gräben und Wiesenbächen aufgrund des Verbreitungsschwerpunktes des stark gefährdeten Pyrenäen-Löffelkrautes. In den Talräumen der Paar, in Südostbayern und im südlichen Baden-Württemberg liegt der Verbreitungsschwerpunkt dieser Art für Deutschland. Aufgrund der noch sehr großen Population im Paartal tragen wir eine große Verantwortung beim bundesweiten Erhalt dieser Art. Die extensive Landwirtschaft war für die Förderung des Pyrenäen-Löffelkrautes an seinen Sekundärstandorten, den Wiesengräben, verantwortlich.

 

Durch die zunehmende Aufgabe landwirtschaftlicher Betriebe sind die auetypischen Lebensräume akut vom Aussterben bedroht. Eine Aufrechterhaltung der Landnutzung ist daher ein wichtiges Ziel des Projektes, um die gefährdeten Lebensgemeinschaften des Paartals zu erhalten und ein wertvolles Naherholungsgebiet für den Menschen zu bewahren.

 

Dies geschieht durch:

  • Sicherung und Pflege ökologischer Sonderstandorte zur Förderung seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten
  • Entwicklung und Erhaltung wichtiger Wiesenbrüterlebensräume
  • Wiederansiedelung des Weißstorches
  • Entwicklung einer niedermoorverträglichen Landnutzung
  • zusätzliche Einkommensmöglichkeiten für Landwirte in der Landschaftspflege
  • Entwicklung der Paarauen als regionales Naherholungsgebiet

 

Bereits durchgeführte Maßnahmen:

  • Erstellung eines Pflege- und Entwicklungskonzepts
  • Durchführung von Pflegemaßnahmen zur Wiedereinführung der traditionellen Feuchtwiesennutzung wie Entbuschung, Mahd, ...
  • Schaffung von Nahrungsbiotopen für den Weißstorch
  • Umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit zur Information der lokalen Bevölkerung
  • Maßnahmen zur Lenkung und Information der Besucher
  • Einrichtung eines "Paarwanderweges" mit Informationstafeln und Erstellung eines Wanderführers, naturkundliche Führungen.
  • Umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit zur Information der lokalen Bevölkerung (Presse und Fernsehbeiträge, Erweiterung der Wanderausstellung)

 

Erste Erfolge zeichnen sich ab:

  • Stabilisierung der Wiesenbrütervorkommen trotz negativem bayerischen Trend
  • Erfolgreiche Etablierung von Weißstorchhorsten in Schrobenhausen (1994) und Hörzhausen (2006)
  • Meldung der Paarauen als europaweit bedeutsames FFH-Gebiet

 

Träger des Projektes:

  • Landkreis Aichach-Friedberg
  • Landkreis Neuburg-Schrobenhausen

 

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