Förderungsmöglichkeiten, Tipps und Hinweise

1. Bayer. Wohnungsbauprogramm

Vorausgeschickt werden muss, dass auf die Förderung von Wohnbauten grundsätzlich kein Rechtsanspruch besteht. Die Fördermittel des Bayerischen Wohnungsbauprogramms sind nicht unbegrenzt. Deshalb ist eine Auswahl nach der sozialen Dringlichkeit nötig. So werden z.B. - bei sonst gleichen Voraussetzungen - Antragsteller mit geringerem Einkommen oder kinderreiche Familien bevorzugt.

 

Der Staat fördert im Rahmen des Bayerischen Wohnungsbauprogramms den Neubau oder Kauf eines Eigenheimes oder einer bestehenden Immobilie sowie die Schaffung von Mietwohnraum im Zweifamilienhaus für Angehörige. Das Darlehen beträgt max. 30 % der förderfähigen Kosten.

 

Einkommensschwächere Haushalte, die Wohneigentum schaffen möchten, können ein zinsgünstiges Baudarlehen erhalten (auf die Dauer von 15 Jahren mit nur 0,5 % Zins). Daneben erhalten Haushalte mit Kindern einen Zuschuss von 2.500 Euro je Kind.

Antragsberechtigt sind Haushalte, die eine bestimmte Einkommensgrenze einhalten. Bei einer Familie mit drei Personen beträgt die Grenze beispielsweise 36.500 Euro, bei einem Vier-Personen-Haushalt 44.000 Euro. Bei der Einkommensberechnung werden bestimmte Beträge vom Einkommen abgezogen; das tatsächliche Haushaltsbruttoeinkommen kann daher deutlich über den genannten Beträgen liegen.

 

Weiterhin wird im Bayer. Wohnungsbauprogramm auch die Anpassung von Miet - und Eigenwohnraum an die Belange von Menschen mit Behinderungen gefördert. Für bauliche Maßnahmen (wie z.B. Einbau eines behindertengerechten Bades, Rampe, Treppenlift) kann ein leistungsfreies Baudarlehen in Höhe von bis zu 10.000 Euro gewährt werden. Das Darlehen wird nach einer bestimmten Zeit bei bestimmungsgemäßen Gebrauch erlassen, so dass es im Ergebnis in Normalfall ein Zuschuss ist.

 

2. Bayer. Zinsverbilligungsprogramm

Haushalte, die die Einkommensgrenzen einhalten können auch ein Darlehen mit einem auf die Dauer von zehn Jahren verbilligten Zinssatz erhalten. Das Darlehen beträgt max. 1/3 der Gesamtkosten.

Der aktuelle Zinssatz kann beim Landratsamt oder im Internet unter http://www.bayernlabo.de/ erfragt werden. Das Darlehen kann auch zusammen mit dem Darlehen aus dem Bayerischen Wohnungsbauprogramm gewährt werden.

 

Grundsätzlich ist bei allen Förderungen zu beachten, dass mit dem Vorhaben erst begonnen werden darf, wenn das Darlehen bewilligt ist oder die Bewilligungsstelle dem vorzeitigen Bau zugestimmt hat. Trifft der Bauherr finanzielle Entscheidungen, bevor er der staatlichen Förderung sicher ist, gibt er zu erkennen, dass der Zuwendungszweck ohne staatliche Hilfe erfüllt werden kann. Es kann dann keine Förderung mehr bewilligt werden. Beim Erwerb eines Eigenheimes oder einer Eigentumswohnung darf der Kaufvertrag erst abgeschlossen werden, wenn der Förderbescheid ausgestellt ist, es sei denn, die Bewilligungsstelle hat dem vorzeitigen Abschluss des Kaufvertrages bereits vorher zugestimmt. Als Vorhabensbeginn gilt bereits der Abhub des Mutterbodens, der Kaufvertrag über eine Kaufeigentumsmaßnahme oder der Abschluss eines der Bauausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrages (etwa für ein Fertighaus).

 

Falls Sie ein staatliches Baudarlehen in Anspruch nehmen möchten, sollten Sie sich wegen der komplizierten Bestimmungen frühzeitig mit der Bewilligungsstelle beim Landratsamt in Verbindung setzen. Nähere Einzelheiten hierzu können Sie unter „Weiterführende Links" am Ende dieser Seite abrufen.

 

(Stand April 2017)

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