Eingrünung und Gartengestaltung

Garten

1. Planung und Vorarbeit

Ein Garten will mit Überlegung geplant und angelegt sein. Die Gartengestaltung beginnt bereits bei der Planung des Wohnhauses. Schon so frühzeitig wie möglich sollten Sie sich überlegen, wie Sie Ihren Garten später nutzen wollen, welche Gestaltungselemente er enthalten soll, um den Ansprüchen und persönlichen Bedürfnissen aller Bewohner des Hauses gerecht zu werden. Jetzt haben Sie noch die Möglichkeit, die Lage Ihres Hauses innerhalb der vorgegebenen Grenzen zu verschieben bzw. den Standort Ihrer Garage zu ändern.

 

Denken Sie bereits bei der Hausplanung an die Nutzung des Regenwassers für die Gartenbewässerung bzw. auch für die Nutzung als Brauchwasser im Haus. Es ist am günstigsten, gleich beim Aushub der Baugrube den Platz für die Regenwasserzisterne festzulegen.

 

Von Flächen, die während des Baubetriebes als Zufahrten für Baufahrzeuge oder als Lagerplätze für Baumaterialien genutzt werden, sollte vor Baubeginn der Oberboden abgetragen und daneben gelagert werden. Es empfiehlt sich, den in Mieten von max. 1,5m Höhe aufgeschütteten Boden mit Gründüngungspflanzen, wie Ackersenf, Bienenweide oder Lupinen anzusäen. Vor der Humusierung des Grundstückes sollten die Flächen von Bauschutt gesäubert und verdichtete Stellen tiefgründig gelockert werden. Auf verdichteten Stellen kann das Wasser nur langsam versickern, was zu Staunässe und damit zu schlechtem Pflanzenwachstum bis hin zum Absterben von Gehölzen führen kann.

 

2. Elemente des Gartens

Wege, Zufahrten, Eingangsbereich

Grundsätzlich gilt: nur so viel Fläche, wie unbedingt nötig befestigen! Dabei versickerungsfähige Belagsmaterialien wählen, damit soviel Regenwasser wie möglich ins Grundwasser und nicht in die Kanalisation gelangt.

 

Versickerungsfähige Beläge sind z.B. Rasengittersteine, Pflaster mit breiter Split- oder Rasenfuge, wassergebundene Beläge aus Kies und Schotter.

 

Lange Garagenzufahrten sollten aus gestalterischen und ökologischen Gründen bis ca. 6m vor der Garage max. 3m breit befestigt werden. Erst daran anschließend ist eine Befestigung in Garagenbreite zur Nutzung als Pkw-Stellfläche sinnvoll.

 

Sitzplätze im Garten

Sitzplätze für ein Frühstück in der Morgensonne oder zum Genießen der letzten Sonnenstrahlen am Abend sollten auf jeden Fall windgeschützt angelegt werden. Achten Sie bei der Anlage auf die Himmelsrichtungen. Südseitige Terassen und Sitzplätze sind im Sommer meist sehr heiß und erfordern einigen Aufwand an Sonnenschutz. Neben den Hauptsitzplätzen am Haus sind auch lauschige Plätzchen im Grünen sehr reizvoll. Sie ermöglichen den Genuß des Gartens aus einer anderen Perspektive. Eine kleine Sitzgruppe im Schatten eines Laubbaumes, ein Beobachtungsplatz am Teich oder eine Bank inmitten bunter Blütenpracht können zu einladenden Ruheoasen im Grünen werden.

 

Spielmöglichkeiten für Kinder

Kinder brauchen Platz und Möglichkeiten zum Spielen. Dazu gehören nicht nur eine Rasenfläche, Sandkasten und Schaukel, sondern auch versteckte Ecken zu ungestörtem Spiel. Ein abwechslungsreich gestalteter, naturnaher Garten bietet dazu die besten Möglichkeiten. Hier können Kinder auch gut die Vorgänge in der Natur beobachten. Auch über das Gärtnern selbst kann man Kinder an die Natur heranführen. Dabei ist jedes Kind für sein eigenes Gartenbeet verantwortlich, wo es voll Vergnügen mit Hilfe der Eltern säen, pflanzen und ernten kann.

 

Bepflanzung mit Bäumen, Sträuchern und Stauden

Bäume und Sträucher gliedern den Garten und schaffen Räume. Durch Blüte, Frucht und Herbstverfärbung bringen sie Farbe und Abwechslung in den Garten. Bei der Auswahl der Arten sollten buntlaubige, fremd wirkende Gehölze vermieden werden.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Hausbäume im GartenGrenzt ein Grundstück an die freie Landschaft, sollten heimische, standortgerechte Sträucher wie Haselnuß, Pfaffenhütchen, Hundsrose und Holunder bevorzugt werden. Als ungeschnittene Hecke an die Grundstücksgrenze gepflanzt, bieten sie vielen einheimischen Tieren wie Insekten, Vögeln und Kriechtieren Lebensraum und Nahrungsquelle.

 

Hausbäume wurden seit jeher zu besonderen Anlässen, wie Geburt, Taufe, Hochzeit oder Hausbau gepflanzt. Der Hausbaum ist ein wichtiges gestalterisches Element, er gliedert den Straßenraum und wirkt prägend für das eigene Anwesen und die Siedlung.

 

Als Hausbäume kommen ausschließlich Laubbäume in Frage; sie spenden im Sommer Schatten und lassen im Winter die wärmenden Sonnenstrahlen auf die Hauswand fallen. Für größere Bäume im ländlichen Raum sind heimische Laubbäume wie Spitz- und Bergahorn, Winterlinde, Stieleiche, Kastanie, Vogelkirsche, Walnuß, starkwüchsige Mostbirnen und Süßkirschen geeignet. Weniger Platz benötigen Hainbuche, Feldahorn, Eberesche, sowie Apfel und Birne als Hochstamm.

 

Beachten Sie bitte bei der Bepflanzung das Bayerische Nachbarrecht: Bei Gehölzen bis 2m Höhe sind mindestens 0,5m Abstand, bei Gehölzen über 2m Höhe mindestens 2m Abstand zur Grenze des Nachbargrundstückes einzuhalten. Bei angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Grundstücken beträgt der Grenzabstand für Gehölze über 2m mindestens 4m (ausgenommen Obstbäume).

 

Obstbäume, Beerensträucher und Gemüse wachsen am besten in voller Sonne und beanspruchen deshalb die sonnigeren Plätze im Garten. Besonders wärmebedürftige Obstarten wie Aprikose, Pfirsich, Weintrauben und manche Birnensorten gedeihen am besten an einem warmen Standort an der Hausmauer als Spalier gezogen.

 

Wer nur einen kleinen Garten besitzt, muß auf eigene Obstbäume nicht verzichten. Hier empfiehlt sich die Pflanzung von kleinbleibenden Obstbäumen auf schwachwachsenden Unterlagen, die in den letzten Jahren vermehrt auch für Pflaumen, Zwetschgen, Süß- und Sauerkirschen angeboten werden. Platzsparend ist auch die Anlage einer Obstspalierhecke, zum Beispiel bei Reihenhausgrundstücken als Abgrenzung zum Nachbarn.

 

Rasen und Blumenwiese

Die Frage, ob Rasen oder Blumenwiese richtet sich nach der geplanten Nutzung der Fläche. Soll sie als Spiel- und Bewegungsraum dienen, so empfiehlt sich die Aussaat einer strapazierfähigen Rasenmischung, da Blumenwiesenkräuter nicht trittfest sind.

 

Ist jedoch von vornherein eine artenreiche Blumenwiese gewünscht, sollte in diesem Bereich beim Humusieren nur eine dünne Humusschicht aufgetragen werden, da auf nährstoffreichen tiefgründigen Böden die wüchsigen Gräser dominieren würden.

 

Winterharte Stauden und Sommerblumen bringen von Frühjahr bis Herbst Farbe und Abwechslung in den Garten. Bei der Auswahl der Arten sind die jeweiligen Standortansprüche zu beachten. Mit den entsprechenden Stauden lassen sich trockene und feuchte, schattige und sonnige Bereiche des Gartens reizvoll bepflanzen.

 

3. Informationen

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen.

drucken nach oben